Security: Macintosh vs. Windows

Das Gerücht hält sich hartnäckig: Macintosh sei sehr viel sicherer als Windows, dies betonen vor allem die Apple-Fans. Doch was ist überhaupt dran an dieser Aussage? Tatsächlich ist es so, dass Windows-Nutzer in den letzten Jahren immer wieder mit lästiger Malware zu kämpfen hatten, die hin und wieder so gravierend war, dass sie sogar Schlagzeilen machte. Währenddessen konnten sich Mac-Nutzer bislang meist selbstzufrieden zurücklehnen: Rechner der Marke Apple, die von gefährlichen Viren befallen wurden, waren eine absolute Rarität. Die Apple-Fans begründeten dies meist damit, dass ihr erwähltes Betriebssystem einfach um Welten sicherer als Windows sei.

Noch hat Apple einen Vorteil

Dadurch, dass es sich um ein in sich relativ abgeschlossenes System handelt, indem vieles aus internen Quellen, wie dem Mac App Store, bezogen werden kann, ist es generell schwieriger sich Malware einzufangen. Es gibt aber noch einen weiteren wichtigen Aspekt: Ein Großteil der Malware-Dateien war bisher für Windowssysteme konzipiert, ein Umstand der sich jedoch – angesichts der nach wie vor steigenden Popularität von Apple – bald ändern wird. Mehr und mehr Hacker gehen inzwischen dazu über auch Malware zu programmieren die das iOS Betriebssystem zum Ziel haben. Erst wenn die Anzahl der Schädlinge ebenso groß ist wie die, mit der Windows zu kämpfen hat, wird Apple beweisen können, dass sie tatsächlich das stabilere System haben.

Eine Auswahl der bislang gefährlichsten Mac-Malware

Jahr

Name

Infektion

2006

OSX/Leap

Kombination aus Wurm und Trojaner im Apple IChat Instant Messenger

2007

OSX/DNSChanger, OSX/RSPlug, OSX/Jahlav

Trojaner, die sich als Videocodes auf pornografischen Seiten tarnen

2008

OSX/MacSweeper

Scareware, das sich als Antivirenprogramm tarnte und Geld für die Entfernung der angeblich gefundenen Probleme verlangte

2009

OSX/Krowi

Spyware in raubkopierten Versionen von Adobe-Programmen

2010

OSX/OpinionSpy

Spyware, die sich als Marktforschungsformular tarnt

2011

OSX/MacDefender OSX/MacProtector OSX/MacSecurity

Sehr hartnäckige Spyware, die sich über infizierte Google-Bilder einfangen wird

2012

OSX/Flashback

Die bislang umfassendste und erfolgreichste Mac-Attacke. Nutzt Java-Script Schwachstellen, um Bankdaten auszuspähen

2013

OSX/Lamadai

OSX/Hackback

OSX/Kitm

Die Trojaner, die es ermöglichen, ferngesteuert Befehle auszuführen, machten Schlagzeilen, weil u.a. gezielt bestimmte Unternehmen und Organisationen damit ausgehorcht wurden

2014

OSX/LaoShu

OSX/Appetite

OSX/CoinThief

Während LaoShu und Appetite via Spam-Nachrichten vertrieben werden, hat sich CoinThief in Raubkopie-Versionen von Angry Birds eingenistet. Alle drei zielen darauf ab insbesondere Finanzdaten der User auszuspähen.

Gefahr für Apple steigt

Das Betriebssystem ist mit bereits integrierten Sicherheitsfunktionen ausgestattet, die von den meisten als zuverlässiger angesehen werden als Microsoft-Äquivalente wie Windows Defender oder Windows Security Essentials. Aber dennoch wird von Experten häufig kritisiert, dass Security-Updates von Apple viel zu langsam und unregelmäßig kommen. Auch wird der User kaum über sie oder die Sicherheit des Betriebssystems im Allgemeinen informiert.

Stattdessen pocht Apple seit Jahren darauf, dass iOS ein Betriebssystem sei, welches keine externen Antiviren-Programme benötige. Der IT-Riese betreibt sogar Marketing mit dieser Aussage, die faktisch nicht richtig ist. Schon im Jahr 2012 sorgte der Trojaner Flashback (siehe Tabelle) für Angst und Schrecken unter Apple-Jüngern und infizierte fast eine Millionen iOS-Systeme, sogar große Zeitungen berichteten über den Vorfall. Dies war sozusagen Apples erstes Malware-Großereignis von einem Ausmaß, welches bisher nur Microsoft-Entwicklern vertraut war. Zu derartigen Vorfällen kam es inzwischen immer wieder und sie werden sich höchstwahrscheinlich in Zukunft häufen – auch wenn Apple weiterhin etwas anderes behauptet.

Antivirusprogramme sind auch für iOS wichtig

Ob Mac nun aber unsicherer ist als Windows wird sich erst in Zukunft herausstellen. iOS-Nutzer, die es gar nicht erst darauf ankommen lassen wollen, rüsten ihren Rechner am besten so schnell wie möglich mit einer Antivirus-Software von zuverlässigen Drittanbietern aus. Es gibt bereits speziell für Apple konzipierte Virenscanner, mit diesen sind User auf der sicheren Seite. Denn während die bereits integrierten Sicherheitsprogramme, sowohl bei Windows als auch bei iOS, lediglich für eine Grundausstattung an Sicherheit sorgen sollen, sind die Spezialisten von etablierten Antiviren-Herstellern wie Kaspersky, Bitdefender oder Norton dazu in der Lage, die Systeme nahezu komplett abzusichern. Denn ihre Datenbanken sind im Gegensatz zu denen der Apple- oder Microsoft-Programmen stets auf dem neusten Stand. Sicherheitslücken können dadurch so klein wie möglich gehalten werden.

Dieser Artikel wurde geschrieben von einem Experten des Vergleichsportals Netzsieger.de:

Timm Hendrich, zu finden auch auf seinem g+ Profil. Netzsieger testet unter anderem viele Sicherheitsprogramme, darunter natürlich auch Antivirensoftware für das Macintosh Betriebssystem.

Timm Hendrich lebt seit 2003 in Berlin. Erste redaktionelle Erfahrungen sammelte er in der Musikredaktion von MTV/VIVA und der Redaktion von „The Voice of Germany“. Nach einem Zwischenstopp in der Programmplanung von MTV hat er sich 2013 der Online-Redaktion von Netzsieger angeschlossen. Seither betreut Timm Hendrich den Content und redaktionellen Inhalt der Vergleichsplattform Netzsieger.de und verfasst auch selbst Beiträge.


Veröffentlicht in Anwender, Anwendungen, Gastbeitrag, Mac OS X

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